Neuigkeiten
 


das 15. internationale literaturfestival berlin (ilb) präsentiert dieses Jahr vom 09. bis zum 19. September 2015 im Haus der Berliner Festspiele und an weiteren Veranstaltungsorten internationale Literatur der Gegenwart.
Auch in diesem Jahr freuen wir uns auf einen Autor aus dem Iran:
Amir Hassan Cheheltan
Im Anhang finden Sie eine Übersicht der Veranstaltungen sowie einen vorläufigen Kurzüberblick über das diesjährige Gesamtprogramm auf Deutsch und Englisch (das aktuelle Programm ist immer auf unserer Homepage abrufbar: www.literaturfestival.com).

Christina Madenach
Leitung Presse und Kommunikation | Head of press and communication

christina.madenach@literaturfestival.com | +49(0)30 27878665

internationales literaturfestival berlin, Chausseestraße 5, 10115 Berlin, Germany

Website | Facebook | Twitter | YouTube | #ilb

Word Alliance | Scritture Giovani | Weather Stations | 1. internationales literaturfestival odessa

 15. internationales literaturfestival berlin | 9.-19. September 2015

Berlin liest | 9. September 2015

5. Graphic Novel Day | 13. September 2015

1. internationales literaturfestival odessa | 1.-4. Oktober 2015

 


Die Programmsparte Literaturen der Welt präsentiert Autoren wie Isabel Allende, Amir Hassan Cheheltan, Ha Jin, Chad Harbach, Michel Houellebecq, Herta Müller, Péter Nádas, Kiran Nagarkar, Laura Restrepo, Éric-Emmanuel Schmitt, Kyung-Sook Shin, Ngugi wa Thiong’o und Kyung-Sook Shin.

 

Scharia Hotline

Nahid und Madjid sind kinderlos. Mit einer Zeitehe im Reagenzglas gelingt, was im Bett scheitert.

Die Iraner scheinen modern zu sein, wenn Sie sich im Nordteil von Teheran umsehen; und sie leben traditionell sowie im Zeitalter der Aladin-Lampen, wenn Sie einen Ausflug in die Dörfer oder in die Kleinstädte entfernt vom Zentrum machen. Aber wenn Sie etwas genauer hinblicken, dann werden Sie sehen, wie jeder Iraner – abhängig davon, in welcher Ecke dieses Landes er sein Dasein fristet – eine wundersame Mischung von Neu und Alt ist. Auf der einen Seite lieben die Iraner neue Phänomene, und auf der anderen Seite sehen sie in allem Neuen einen mythologischen Aspekt. Die Traditionen existieren (weil wir sie noch brauchen), und weil sie existieren, erzeugen sie in uns unterschiedliche, erstaunliche und manchmal groteske Stimmungen.

 


Amir Hassan Cheheltan an
einem seiner
Lieblingsplätze in Berlin,
dem Gendarmenmarkt
(Jan Greune)

Ein „Freihafen der Künste“

Dieser Freiraum im heute grenzenlosen Berlin kann die künstlerische Ungezwungenheit sein, neue musikalische Klangwelten mit dem Megaphon zu erobern, wie es Simon Steen-Andersen gerade ausprobiert. Für einige Gäste bedeutet dies zugleich die ungewohnte elementare Freiheit, in einem demokratischen, pluralistischen Land zu leben, ohne jede Zensur. Einen „Freihafen der Künste“ hat der ungarische Schriftsteller György Konrád – er war 1977 Gast in Berlin – das Berliner Künstlerprogramm genannt. Es ist, wenn man so will, ein Kind des Kalten Kriegs. In der Mauerstadt Berlin sollte es ein weit geöffnetes Fenster zur aktuellen internationalen Kunst schaffen und kreative Impulse in die Stadt hineintragen. Zugleich lud das Berliner Künstlerprogramm „fast die gesamte nonkonformistische kulturelle Elite Mittel- und Osteuropas“ in die Stadt ein, erzählt Katharina Narbutovic. Es gibt bereits die ersten akademischen Arbeiten darüber, welche Rolle das Berliner Künstlerprogramm bei den Veränderungsprozessen spielte, die vor zwei Jahrzehnten zum Fall des Eisernen Vorhangs führten. Heute verschieben sich die geografischen Schwerpunkte des Programms, und das BKP öffnet sich verstärkt den neuen Epizentren der globalisierten Welt. Katharina Narbutovic will die Blickrichtung gern noch stärker als bisher auf Künstler aus nichteuropäischen, nichtwestlichen Kulturen richten. „Das Berliner Künstlerprogramm sollte eine Vorreiterrolle im Dialog mit diesen Regionen einnehmen“, sagt sie. Zugleich möchte sie dort gern über die Stipendien „neue Netzwerke, Gesprächspartner für den künstlerischen Dialog und Kulturbotschafter für Deutschland“ finden.