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BZ Berner Zeitung
Erstellt: 29.07.2017
Teherans dunkle Seite
Die Wahrheit über eine Gesellschaft könne in der Literatur erkannt werden, sagt Amir Hassan Cheheltan. Er ist einer der wichtigsten und kritischsten Autoren des Iran. Seine Heimatstadt Teheran ist Dreh- und Angelpunkt seines Werks.

Ein Mädchen liegt auf dem Operationstisch. Der Arzt, der ihr zwischen die Beine greift, um das Jungfernhäutchen zu vernähen, ist voller Häme. Aber Fattah ist gar kein Arzt. Er ist nur angelernt. Regelmässig trifft er sich mit leitenden Funktionären des berüchtigten Evin-Gefängnisses, wo politische Häftlinge zu Tode gefoltert werden. Was er bei der Operation noch nicht weiss: Er wird sich in das Mädchen ver­lieben. Und auch der offizielle Bewerber Mustafa führt ein Doppelleben. Er arbeitet im Evin-Gefängnis als Folterknecht....
 
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
DIENSTAG, 7. APRIL 2015 - NR. 80. SEITE 15
Schreiben ist eine gefährliche Sache
Schauplatz iranischer Roman dürfen nur Innenräume sein - aber ohne Bett und Bad.
Eine Urhaberrecht gibt es nicht, denn die Zensur regiert.
Von
Amir Hasan Cheheltan

Als Iranischer Intellektueller lebt man nur frei in den eigenen vier Wänden:Azene aus Jafar Panahis Film 2Closed Curtain" von 2013
 

Wahl im Iran Teheran vor dem letzten Tag

19.05.2013 · Vor den Präsidentenwahlen am 14. Juni ist die Lage im Iran überaus gespannt. Dass es korrekt zugehen wird, glauben viele nicht. Der amtierende Präsident Ahmadineschad droht derweil mit dem Einsatz bewaffneter Streitkräfte.

Von Amir Hassan Cheheltan

© APEs gab viel Hin und Her um den ehemaligen Staatspräsidenten Haschemi Rafsandschani. Nun hat er sich doch entschlossen, an der Wahl im Juni teilzunehmen.

Fünfunddreißig Jahre nach der islamischen Revolution in Iran kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass die politische Szene im Land noch nie so konfus war wie heute: die Spaltung zwischen den verschiedenen Richtungen war noch nie so tief und ihr Streit um die Macht noch nie so eklatant. Jene Fundamentalisten, die sich aus Opposition zu den Reformisten wie auch zum Kreis um den ehemaligen Präsidenten Haschemi Rafsandschani erhoben, um Ahmadinedschad in seiner Position als Präsident zu verteidigen, sehen sich dieses Mal mit einem Gegner konfrontiert, der nach acht Jahren als Chef der Exekutive völlig andere Ziele hat als sie. Drei grundverschiedene Ansätze stehen somit zur Wahl.

Nun, da die Zeit für die Registrierung vorüber ist und uns nicht einmal mehr ein Monat von einer neuen Runde der Präsidentenwahl trennt, schwebt immer noch alles, was damit zusammenhängt, im Ungewissen: Immer noch sind keinerlei Anzeichen zu erkennen, dass das Volk an den Wahlveranstaltungen rege teilnehmen wird. Natürlich könnte es sein, dass sich die Umstände nach der noch ausstehenden Annahme beziehungsweise Ablehnung der Kandidaten durch den Wächterrat ändern werden. Der Slogan eines dieser Kandidaten lautet übrigens „Islamisches Persien“.

Die Riege der Kandidaten

Akbar Haschemi Rafsandschani, starker Mann der ersten fünfzehn Jahre auf der politischen Bühne Irans, hatte in den letzten Monaten seine Angriffe auf die Art, wie in Iran regiert wird, in unübertroffener Weise verstärkt; schließlich gab er durch seinen Auftritt im Innenministerium seine definitive Teilnahme bekannt. Er beendete damit etwas, was seine Gegner als das Spiel „Ich komme - ich komme nicht“ bezeichneten.(Weiter)

 

Ungelöste Todesfälle in Iran Er wollte nur schreiben

· Der junge Blogger Sattar Beheshti ist im Gefängnis gestorben. Sein Schicksal wandert in die Schatulle zu den anderen ungelösten Todesfällen in Iran.

Blick in das gefürchtete Evin-Gefängnis in Teheran: Hier starb auch Sattar Beheshti

 

Sechs Monate vor der Wahl Dunkle Wolken über Teheran

· Die Sorge um die Zukunft hat in Iran eine neue Dimension erreicht. Wo der Dollarkurs ins Astronomische steigt, lauert Unheil. Temporärer Blick auf eine Situation.

 

Iranisches KinoVerbotene Liebesszenen im frommen Reptilienstaat
Harte Urteile gegen die iranischen Filmemacher Panâhi, Rasoulof und andere zerstören Hoffnungen. Die Geschichte des Films in Iran aber ist insgesamt reicher und widersprüchlicher, als das Ausland weiß. Von Amir Hassan Cheheltan
Unlängst sind zwei iranische Filmemacher, Dscha'far Panâhi und Mohammad Rasoulof, rechtskräftig zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Das Berufungsgericht hat sie wegen Handlungen gegen die Sicherheit des Staates und propagandistischer Aktivitäten gegen die öffentliche Ordnung schuldig gesprochen.

Einige Artikeln sind in www.baghestani.net vorhanden
Übersetzung : Susanne Baghestani.

 
Von der Differenz Zwischen Gott und Teufel, FAZ (30.07.2010)
 
Es geht um Erdöl? Dass ich nicht lache!, FAZ (12.02.2010)
 
Es geht um Erdöl? Dass ich nicht lache!, FAZ (12.02.2010)
 
Die Bewegung verbannt den Tod, FAZ (02.07.2009)
 
Gestern, in Teheran, FAS (21.06.2009)
 
Der Politiker ist unser Feind, FAZ (19.06.2009)
 
Es gibt kein Zurück, DIE ZEIT (18.06.2009)
 
Hier spricht Teheran!, FAZ (13.01.2009)
 
Teheran. Eine Stadt mit Dorfbewohnern, in: LiteraturNachrichten 99, Winter 2008
 
Die Gedankenpolizei, SZ (15.10.2008)
 
Wir und die Amerikaner, FAZ (22.08.2008)
 
Im Land der Blumen und Nachtigallen, SZ (18.06.2008)
 
Warten auf den verborgenen Imam, FAZ (12.03. 2008)
 
Das unvollendete Projekt - Die Entwicklung Teherans, in: Fikrun wa Fann (2008)
 
Verschämtes Starren auf die Scham, SZ (29.01. 2008)
 
Von Berlin nach Teheran, DW-World.de (07.07.2007)
 
Das verbotene Wunder, SZ (30.10.2007)
 
Es wird ein Wunder geben, FAZ (12.09.2007)
 
Die beerdigte Krise, FAZ (04.05.2007)
 
Megacitys XI: Teheran. Letzte Station vor der Hölle, SZ (10.04.2007)
 
Lesen lehren die Dämonen, FAZ (02.01.2007)
 
Gott behüte, FAZ (29.05.2006)
 
Iran unter Artenschutz, FAZ (06.04.2006)
 
Der unsichtbare Himmel, FAZ (28.12.2005)
 
Der sanfte Weg des Übertritts in die Moderne, FAZ (02.11.2005)
 
Tod der Revolution!, FAZ (02.09.2005)
 
Milde Reformer und harte Militaristen, FAZ (13.06.2005)
 
Tod eines Straßenschläfers, FAZ (01.04.2005)
 
Die Zeit könnte sich doch uns anpassen, FAZ (20.12.2004)
 
Teheran wartet auf das große Beben, FAZ (05.08.2004)
 
Nur die Lüge ist wahr, FAZ (15.06.2004)
 
Teheran will Trauer tragen, FAZ (05.04.2004)
 
Kein Himmel über Teheran, FAZ (01.03.2004)